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BRÜCKE unterschrieb „Charta der Vielfalt“

Offizielle Lübecker Veranstaltung zum 3. Deutschen „Diversity-Tag“ bei der BRÜCKE

 

„Mehr Vielfalt unter den Menschen“ – das ist nicht nur eine Herausforderung sondern vor allem auch eine Chance. Aktueller Fakt ist: Unsere Gesellschaft und die Wirtschaftswelt werden zunehmend vielfältiger: Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Kulturen, in verschiedenen Lebenslagen, buntere Kundschaft und Belegschaft, verschiedenste Persönlichkeiten und Nationalitäten. Daraus ergeben sich insgesamt vielfältige Herausforderungen in Unternehmen und Gesellschaftsbereichen. All dies erfordert entsprechende Einstellungen und besondere Kompetenzen. Hierauf aufmerksam zu machen und zu informieren war Sinn und Zweck des bundesweiten „Diversity-Tages“ im Juni 2015.

Zur offiziellen Lübecker Veranstaltung am 9. Juni hatte DIE BRÜCKE gemeinsam mit dem „Forum für Migrantinnen und Migranten in der Hansestadt Lübeck“ in das Tageszentrum in der Engelsgrube eingeladen. Gekommen waren neben vielen Gästen auch hochrangige und zum Thema erfahrene Vertreter für eine Podiumsdiskussion. Ihr Anliegen: die Thematik „Vielfalt“ von verschiedenen Perspektiven aus betrachten und deutlich machen, dass sie die Verschiedenheit von Menschen und Kulturen nicht als ein Problem, sondern vielmehr als ein Potenzial für Unternehmen und die Gesellschaft ansehen.

BRÜCKE-Geschäftsführer Frank Nüsse begrüßte die Gäste im "Speicher" Engelsgrube

BRÜCKE-Geschäftsführer Frank Nüsse begrüßte die Gäste im „Speicher“ Engelsgrube

Frank Nüsse, Geschäftsführer der BRÜCKE, begrüßte Gäste und Podiumsteilnehmer. „Wir freuen uns sehr darüber, dass die diesjährige Lübecker Veranstaltung bei der BRÜCKE stattfindet, denn auch für uns mit vielen verschiedenen Nationalitäten bei Mitarbeiterinnen und Betreuten ist Diversity ein wichtiges Thema.“ Wie Frank Nüsse erläuterte, betreut die BRÜCKE mit ihren etwa 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Menschen mit psychischen Erkrankungen und dadurch bedingten Hilfebedarf im Alltag. Bei der Belegschaft und bei den Betreuten gibt es Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. Eine gute sprachliche Kompetenz ist für die Verständigung daher von großer Wichtigkeit – eine Aussage, die alle Podiumsteilnehmer später bestätigten. Daher ist die sprachliche Kompetenz innerhalb der Belegschaft des gemeinnützigen Unternehmens (etwa 10% der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben Migrationshintergrund) vom Vorteil für die alltägliche Tätigkeit. Doch auch das Verständnis für verschiedene Kulturen ist im Umgang mit psychisch erkrankten Menschen von hoher Wichtigkeit: „Bei Menschen aus verschiedenen Ländern ist das Thema seelische Erkrankung noch mehr tabuisiert als hier in Deutschland. Immer wieder hören wir von Menschen mit Migrationshintergrund, dass es in ihrer Umgebung verpönt ist – sogar mit den engsten Angehörigen und Freunden – über solche Themen zu sprechen.“

An der lebhaften Diskussion zum Thema „Vielfalt“ nahmen teil: Olivia Kempke vom „Lübeck Management e.V.“, Joachim Karschny von der KinderWege gGmbH, Atilla Karka, Geschäftsführer der BIRGROUP Lübeck, Sebastian Kraak von IKEA Deutschland und Hiltrud Kulwicki von der BRÜCKE. Moderiert wurde die Diskussion von Spyridon Aslanidis vom Forum für Migrantinnen und Migranten der Hansestadt Lübeck. Eindrucksvoll schilderten die Teilnehmer die sich in den vergangenen Jahren durch mehr Migrantinnen und Migranten ändernde Situation in ihren Unternehmen. Da gibt es z.B. bei der BIRGROUP Belegschaften von 180 Personen mit 27 Nationalitäten – wie damit umgehen und zugleich die Arbeitsabläufe und das Arbeitsklima sichern? Bei KinderWege gibt es nicht nur verschiedene Sprachen und Kulturen in der Belegschaft, sondern auch bei den betreuten Kindern und deren Eltern – eine ständige Herausforderung. Mehr Aufklärung über fremde Kulturen sei ein Ziel, das das Lübeck Management für die Lübecker Gastronomie und andere hier ansässige Unternehmen verfolge.

Die Lösung für die vielen Herausforderungen der Vielfalt? – Sprache, Sprache, Sprache und eine verbesserte Kommunikation, das steht an erster Stelle, da waren sich alle Teilnehmer einig. Weiterhin ist auch die Wahrnehmung von Fremdheit wichtig, um daraus mehr Verständnis für fremde Kulturen zu entwickeln – so eine Empfehlung aus der Runde. Auch sei angebracht, eigene Vorurteile einzugestehen und diese dann gemeinsam abzubauen, so Joachim Karschny von KinderWege. Erfolgreiche Integration hängt aber oft auch von kleinen praktischen Dingen des Alltags ab, auf die sein Unternehmen viel Wert lege, erläuterte Attila Karka: Hilfen bei Behördenvorgängen oder bei der Wohnungssuche, eine Anmeldung bei der VHS für Sprachkurse (und späterer Prüfung des Erfolges), Begleitung bei Behördengängen oder das Angebot von gemeinsamen Sport- und Freizeitaktivitäten.

9. Juni 2015: Frank Nüsse unterschreibt die "Charta der Vielfalt" für die BRÜCKE

9. Juni 2015: Frank Nüsse unterschreibt die „Charta der Vielfalt“ für die BRÜCKE

Die Vielfalt in der deutschen Gesellschaft nimmt zu und die Herausforderungen sind nur gemeinsam zu bewältigen – hierüber hat die Veranstaltung bei der BRÜCKE eindrucksvoll informiert. Zugleich wurde durch die Podiumsteilnehmer deutlich, wie viel in einzelnen Unternehmen hierzu bereits geleistet wird. Im Anschluss an die Diskussion unterzeichnete BRÜCKE-Geschäfsführer Fank Nüsse die „Charta der Vielfalt“. In diesem Dokument, herausgegeben vom Verein „Charta der Vielfalt e.V.“ und ebenfalls unterschrieben von der Staatsministerin Aydan Özoguz (Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration) heißt es: „Die Umsetzung der Charta der Vielfalt in unserer Organisation hat zum Ziel, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei von Vorurteilen ist. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen Wertschätzung erfahren – unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität.“ Frank Nüsse betonte, dass die BRÜCKE diese Charta sehr gerne unterschreibe, denn ihr Inhalt ergänze das Leitbild des Unternehmens um die Aspekte der Vielfalt. „Wir akzeptieren und leben die Inhalte dieser Charta und werden gemeinsam weiter daran arbeiten, die vielfältigen Potenziale der Vielfalt zum Nutzen der Menschen und unserer Hilfeangebote zu fördern.“

Zum Abschluss der Veranstaltung sang der BRÜCKE-Chor in mehreren Sprachen

Zum Abschluss der Veranstaltung sang der BRÜCKE-Chor in mehreren Sprachen

HINTERGRUND zum Diversity-Tag

Auf Initiative des Vereins Charta der Vielfalt e.V. begingen am 11. Juni 2013 rund 240 Unternehmen und Institutionen den 1. Deutschen Diversity-Tag. Sie zeigten mit über 360 Aktionen, wie Vielfalt dazu beiträgt, ihre Position zu stärken sowie wichtige aktuelle gesellschaftspolitische Fragen zu bewältigen.

2015: Bundesweit beteiligten sich Unternehmen und Institutionen mit rund 1.000 Aktionen am bereits 3. Deutschen Diversity-Tag. Weitere Informationen zum Verein Charta der Vielfalt e.V. sowie zum 3. Deutschen Diversity-Tag finden sich unter: www.charta-der-vielfalt.de und www.deutscher-diversity-tag.de.