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Interessenverband für Sozialpsychiatrie in Schleswig-Holstein gegründet

Kiel

Für die Sozialpsychiatrie in Schleswig-Holstein hat sich erstmals eine eigene Interessenvertretung formiert. Mit dem Landesverband Sozialpsychiatrischer Einrichtungen in Schleswig-Holstein e.V. treten fortan jene Trägerorganisationen, freien Vereine und Initiativen als gemeinsame Größe auf, die mit individuell ausgeprägten Leistungen für die gemeindenahe soziale Integration von psychisch kranken Menschen bislang zwar vernetzt, aber doch regional für sich stehend arbeiteten.

 

„Die Errungenschaften der Sozialpsychiatrie, ihre Maßstäbe für Integration und Teilhabe müssen in der politischen Diskussion wieder in den Fokus rücken. Bei den kleinteiligen Anbietern, die in den Kommunen direkt am Bedarf der psychisch erkrankten Menschen arbeiten, ist viel Know-how und Entwicklungsenergie vorhanden. Wenn es uns gelingt, diese Kompetenz mit einer Stimme zu vertreten, können wir das derzeit in der öffentlichen Meinungsbildung wahrnehmbare Vakuum füllen und Zukunftsentwürfe auf der Basis unserer Erfahrungen mitgestalten“, erklärte zum Start der Verbandsarbeit der 1. Vorsitzende, Dirk Wäcken aus Lübeck.

 

Seit die Psychiatrie-Enquête Anfang der 70er Jahre die Missstände der Klinik-Psychiatrie offenbart und die Bewegung der Sozialpsychiatrie mit ihren gemeindenahen Angeboten beschleunigt habe, sei auch in Schleswig-Holstein ein weitgehend bedarfsgerechtes dezentrales Angebotsnetz entstanden, so Wäcken. „Häufig genug galt es, überholte Vorstellungen abzulösen und für neue Ideen zu kämpfen. Heute müssen wir uns gegen den Rückschritt stellen und zugleich neue Aufgaben anpacken. Zeit also, präsent zu sein, Inhalte, Ziele und Erfolge neu verständlich zu machen, in die Meinungsbildung einzugreifen und mitzubestimmen bei der Frage, wie Psychiatrie eigentlich in Zukunft aussehen soll - und was unser Beitrag dazu sein kann.“

 

Der Landesverband, der auf Bundesebene vom Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V. vertreten wird und seine Geschäftsstelle in Kiel einrichtet, will unverzüglich aktuelle Themen anpacken. Ziel sei es, so Wäcken, die Rahmenverträge für die psychiatrische Pflege mit nach vorn zu bringen, Qualitätsstandards im ambulant betreuten Wohnen mitzuentwickeln und Modellvorhaben zum „Persönlichen Budget“ mit zu gestalten. Parallel wollen die Mitglieder Thesenpapier und Programmatik des Verbandes ausfeilen. Ausdrücklich vertritt der Verband dabei die Interessen der sozialpsychiatrischen Träger. „Mit den Selbsthilfeorganisationen streben wir eine enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit an“, sagte Wäcken, „außerdem wird der interne Meinungs- und Erfahrungsaustausch Teil der alltäglichen Arbeit sein.“

 

Mitglieder des neuen Landesverbandes sind bislang unter anderem die Brücke Schleswig-Holstein gGmbH, Kiel, alpha gGmbH, Kiel, Vorwerker Diakonie e.V., Lübeck, DIE BRÜCKE Lübeck gGmbH, Die Brücke Rendsburg-Eckernförde e.V., Die Brücke Ostholstein e.V., Der 1. Vorsitzende Dirk Wäcken (im Hauptamt Geschäftsführer der Lübecker BRÜCKE) wird im Vorstand unterstützt vom 2. Vorsitzenden Günter Ernst-Basten (Geschäftsführer Brücke Schleswig-Holstein gGmbH und Bundesvorsitzender Gemeindepsychiatrie e.V.) sowie weiteren Vorstandsmitgliedern und Mitarbeitern der Geschäftsstelle.

Die Vorsitzenden des neuen Landesverbandes, Dirk Wäcken (rechts) und Günter Ernst-Basten

Kontakt

Landesverband Sozialpsychiatrischer Einrichtungen in Schleswig-Holstein e. V.

c/o Brücke Schleswig-Holstein gGmbH

Muhliusstraße 94

24103 Kiel

 

Zum Webauftritt des Landesverbandes Gemeindepsychaitrischer Einrichtungen kommen Sie hier.

 

Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung:

Dirk Wäcken, 1. Vorsitzender

Tel. 0451/14008-48

E-Mail: waecken@psychiatrie-sh.de

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