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Jeden Tag ein kreatives Potenzial entwickeln

Führungswechsel bei der BRÜCKE Lübeck: Gründungs-Geschäftsführer Dirk Wäcken übergibt die Leitung nach rund 34-jähriger erfolgreicher Tätigkeit an seinen Nachfolger Frank Nüsse. Grund genug für einen würdigenden Rückblick auf die einmalige Entstehungsgeschichte einer Institution, die heute mit unverwechselbarer Identität eine ganz besondere Stellung unter den Hilfseinrichtungen für Menschen mit psychischen Erkrankungen hat. Mehr noch: Die BRÜCKE hat seit ihrer Gründung als Vorreiter auf vielen Gebieten die Versorgungslandschaft Schleswig-Holsteins und darüber hinaus entscheidend beeinflusst und geprägt.

Im 34. Jahr der Geschäftsführung tritt Dirk Wäcken als Geschäftsführer der BRÜCKE gGmbH in Lübeck ab

Im 34. Jahr der Geschäftsführung tritt Dirk Wäcken als Geschäftsführer der BRÜCKE gGmbH in Lübeck ab

Das ist vor allem den Persönlichkeiten zu verdanken, die von Anfang an immer wieder mit Kreativität und Engagement am Auf- und Ausbau dieser segensreichen Einrichtung mitgewirkt haben. Dirk Wäcken, der langjährige Geschäftsführer der ersten Stunde, zählt ganz eindeutig zu diesem Personenkreis.

Es muss mehr als ein glücklicher Zufall gewesen sein, als Dirk Wäcken am 1. Oktober 1979 beim Paritätischen Wohlfahrtsverband in Kiel als Referent für Wirtschaft angefangen hatte und an seinem ersten Arbeitstag vom damaligen Geschäftsführer nach Lübeck mitgenommen worden war, um dort auf die damaligen BRÜCKE-Akteure Prof. Dilling, Peter Auerbach, Peter Wulf und Peter Bruhn zu treffen. Dieser Besuch sollte ausschlaggebend für sein Engagement für das BRÜCKE-Projekt werden. Beeindruckt von den Menschen und ihren Plänen übernahm der junge Betriebswirt alsbald ehrenamtlich die kaufmännische Geschäftsführung der gemeinnützigen GmbH, deren Gründung im Zusammenhang mit der Sanierung des Speichers in der Engelsgrube notwendig wurde.

Dirk Wäcken gelang es mit großem Geschick auf einem hindernisreichen Gebiet zwischen politischen Interessen und behördlichen Formalien eine Strategie für die Durchsetzung der Ziele zu entwickeln. Dafür fand er kreative Umwege, um Mittel zu akquirieren und Möglichkeiten frei zu setzen, mit denen dieses Pilotprojekt realisiert werden konnte, das am Ende Vorbildfunktion und Leuchtturmwirkung für das ganze Land haben sollte. Der Speicher wurde schnell zum Referenzprojekt für eine neue Form der psychiatrischen Versorgung. Und die Erfahrung daraus lautete, alle Bedenken durch Überzeugungsarbeit und verantwortungsvolles Handeln aus dem Weg zu räumen.

Schon im Laufe der ersten Zeit wurde sehr schnell klar, dass die Gemeindepsychiatrie nicht auf eine oder einige wenige Hilfsangebote beschränkt bleiben durfte. Denn immer wieder kam es vor, dass Betreute nach den positiven Erfahrungen und Behandlungserfolgen bei der BRÜCKE in traditionelle Behandlungsstrukturen zurückfielen und dadurch rückfällig wurden. Es mussten also auch angemessene Wege für Rehabilitation und Integration gefunden und durchgesetzt werden. Gerade die Rehabilitation psychisch Kranker verlangt eine große Flexibilität, um bei Bedarf zwischen medizinischen und beruflichen Maßnahmen hin und her zu springen. Dabei hat sich die Idealvorstellung eines partnerschaftlichen Schulterschlusses der beteiligten Kostenträger bisher leider nicht realisiert, wie Dirk Wäcken in seinem Gesprächsbeitrag in der BRÜCKE-Chronik zum Jubiläum 2013 resümiert: „Das Ziel, dass die Leistungsträger immer weiter zusammenwachsen ist bis heute nicht erreicht worden. Im Gegenteil, sie sind sogar soweit voneinander entfernt, dass sie sich gegenseitig beklagen und vor Gericht zerren. Das ist ein echtes Problem, dass Regelungen, die auf Bundesebene beschlossen sind, auf Landes- und Leistungsträgerebene nicht umgesetzt werden.“

Dennoch sind die BRÜCKE und ihre Leitung unter der Geschäftsführung von Dirk Wäcken nie müde geworden, die Herausforderungen anzunehmen, um mit Geduld und Einfallsreichtum ihre Ziele niemals aus den Augen zu verlieren. So ist zu erklären, dass die BRÜCKE immer weiter gewachsen ist und immer neue Betätigungsfelder erschlossen hat. Bei der Umsetzung kamen Dirk Wäcken dabei seine umfangreichen Erfahrungen mit den Vertretern der unterschiedlichsten Institutionen aus Verwaltung, Politik und Gesundheitswesen zugute. Denn immer wieder waren Phantasie und Flexibilität gefragt, um Unkonventionelles und Neues auch gegenüber den teils massiven Widerständen des etablierten Gesundheitswesens, der Verwaltung und der Politik durchzusetzen.

Wachstum bedeutet dabei auch die Sicherung und Etablierung des Erreichten. Dieser Strategie ist es zu verdanken, dass die BRÜCKE heute nicht nur netzwerkartig mit dem Hilfsangebot der Hansestadt verflochten ist, sie ist auch eine tragende Säule der Gemeindepsychiatrie in der Stadt. Geprägt ist die BRÜCKE-Geschichte dabei von einem ganz besonderen „Spirit“, wie man neudeutsch sagt. Vom ersten Moment an war Dirk Wäcken fasziniert von dieser inspirierenden Zielstrebigkeit, die sich bis heute als Antrieb und Ideengeber bewährt. In der BRÜCKE-Chronik hat er es auf den Punkt gebracht:

„Für mich ist besonders wichtig und bemerkenswert, wie aus dieser Initiative von engagierten Menschen ein mittelständisches Unternehmen mit deutlich über 300 Mitarbeitern geworden ist. Wie es gelungen ist, ein Betriebklima zu schaffen und zu erhalten, das etwas ganz Besonderes ist. Ich meine damit das Engagement vieler Menschen, die sich verantwortlich fühlen, die mitdenken und gleichzeitig ein breites fachliches Spektrum mit einbringen. Das gibt es sonst kaum. Das funktioniert auch nur in dieser idealen Größe, wo alles von der Behandlung über die Reha bis zur Eingliederungshilfe und Ehrenamtlichkeit unter einer Trägerschaft zusammenkommt und jeden Tag ein unglaubliches kreatives Potenzial entwickelt. Das empfinde ich als eine ganz besondere Bereicherung. Denn aus dieser Mischung kommen auch immer wieder diese neuen Ideen, die nur so entstehen können.“

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